Die 5 Phasen der Elman Induktion

Die Wirkung und Effektivität der Elman Induktion ist nicht zu unterschätzen.
Sie beruht auf 5 Phasen. Diese 5 Schritte werden hier einmal genauer beschrieben. Somit erhältst du ein Verständnis dafür, was während der Induktion passiert und warum die Induktion so effizient ist.

  1. Phase: Entspannung der kleinen Muskelgruppen (Augen)
    Test: Die Augen bleiben beim “Versuch”, sie zuöffnen geschlossen.
  2. Phase: Ausdehnen der Entspannung auf den ganzen Körper.
  3. Phase: 3x Fraktionieren (Augen öffnen und schliessen)
    Test: Der Proband folgt den Anweisungen.
  4. Phase: Entspannung von grossen Muskelgruppen. (Arm)
    Test: Der Proband lässt den Arm völlig schlaff und entspannt.
  5. Phase: Amnesie (Zahlen verschwinden)
    Test: Der Proband bestätigt das Verschwinden der Zahlen. (zählt nicht weiter)

Schauen wir uns das noch einmal anhand des ganzen Textes an!

Phase 1:

„Wenn Du bereit bist, dann erlaube deinen sich Augen zu schließen.
Atme tief ein – lass die gesamte äußere Spannung abfallen… genau.“
„Konzentriere dich jetzt bitte auf deine Augenlider…und erlaube den Muskeln  deiner Augenlidern vollkommen LOCKER … SCHLAFF … UND SCHWER zu werden …  wenn du weißt, dass deine Augenlider ganz locker … ganz entspannt … ganz schwer sind … dann halte diese Entspannung und erlaube ihnen weiterhin nicht mehr zu funktionieren…“ 

Test:

„Überprüfe deine Augenlider indem du deine Augenbrauen leicht nach oben ziehst, damit ich weiß, dass du sie überprüfst …  (beobachte wie der Klient versucht, die Augenlider zu öffnen – sage dann:)

Phase 2:

gut, hör auf zu testen … und … sende die gleiche Qualität dieser Entspannung von deinem Kopf bis deine Zehenspitzen… HERVORRAGEND!“

Phase 3:

„Wir werden die Entspannung in der du jetzt bist weiter vertiefen.“
„GLEICH… werde ich dich bitten, deine Augen zu öffnen… wir werden das folgendermaßen tun…“ (Bedenke, dass du deine Hand vor dem Sichtfeld des Klienten durchgehend hoch und runter bewegst.)
„Ich werde bis drei zählen…Bei drei öffnest du deine Augen, dann werde ich sanft mit den Fingern schnipsen, (wenn du das Schnippen auslassen möchtest, kannst du auch einen Kugelschreiber als Klick verwenden) das ist ein Zeichen für dich, deine Augen wieder zu schließen und die Entspannung zu verstärken.“

„1… 2 … 3 … öffne (sanft schnipsen) und schließe sie. Verdopple die Entspannung.“
„1… 2 … 3 … öffne (sanft schnipsen) und schließe sie. Noch einmal tiefer entspannt.“
„1… 2 … 3… öffne (sanft schnipsen) und schließe sie. Tiefer und tiefer.“

Test:

Sicherstellen, dass der Proband die Anweisungen genau befolgt. Die Augen sollen erst bei der Zahl 3, und nicht vorher, geöffnet werden. Sollte er das nicht tun, weise den Probanden noch einmal darauf hin. Auch wenn es im schwer fällt, soll er trotzdem die Augen öffnen.

Phase 4:

„GLEICH… werde ich deine Hand hier am Handgelenk (mit dem Finger das Handgelenk leicht antippen) leicht anheben. Helfe mir nicht dabei, denn so kannst du deine Entspannung ganz genießen.”
„Wenn ich das für dich tue, erlaube deiner Hand einfach locker und schwer liegen zu bleiben, so dass er absolut schlaff ist, so wie eine Stoffpuppe. Du wirst feststellen, sobald ich sie loslasse, wie sie einfach runter plumpst, wie ein nasser Schwamm oder Lappen, und spüren wie diese Entspannung sich über den ganzen Körper noch einmal ausweitet“

Test:

(Überprüfe die Schlaffheit, bevor du weitermachst)
„HERVORRAGEND! Jetzt haben wir die nötige körperliche Entspannung die wir benötigen.

Phase 5:

Ich werde dir gleich zeigen, wie du bei vollkommen wachem und klarem Geist mentale Entspannung erreichst.“
„IN EINEM MOMENT…werde ich dich bitten, langsam aber laut von 100 rückwärts zu zählen, so dass ich dich hören. Ich zeige es dir zuerst, dann tust du es wenn ich dich dazu auffordere“
100 … 99 … 98 … (Suggestionen  geben, zwischen den Zahlen tief ein und aus zu atmen) und weil du dies tust, wirst du feststellen, dass schon nach einigen Zahlen, die, welche dann noch kommen, einfach aus deinem Kopf verschwunden sind. Da sind einfach keine mehr und es ist dir auch vollkommen egal und gleichgültig ob da noch welche sind. Stelle es dir vor und lass es einfach geschehen.“
„Beginne jetzt.“

(KLIENT) 100               (HYPNOTISEUR) „verdopple die Entspannung.“
(KLIENT) 99                 (HYPNOTISEUR) „lass sie verblassen.“
(KLIENT) 98                 (HYPNOTISEUR) „schieb sie verschwinden.“
(KLIENT) 97                 (HYPNOTISEUR) „lass sie jetzt all gehen.“
(Erinnere dich, lasse sie nicht weiter als 96 zählen)

Test:

„Alle verschwunden? Sehr gut, geh jetzt tiefer.“ (Frag nicht: Sind die Zahlen weg?)

Zu den einzelnen Phasen:
Es ist wichtig, die einzelnen Schritte genau in der Reihenfolge durchzuführen und erst zu der nächsten Phase zu gehen, wenn der Test positiv verlaufen ist, also der Proband die Anweisungen genau befolgt.
Natürlich müssen daher die Anweisungen, einfach, klar und deutlich sein. 
Dein Proband weiss nicht was er tun soll und was dann passiert, wenn du es ihm nicht vorher angekündigt hast.
Es sei noch einmal erwähnt, dass es sich hier um eine, eher anweisende, dominierende Induktion handelt.

Zu den Tests:
Dies sind keine Tests an denen du gewinnst oder scheiterst. Es geht lediglich darum, sicherzustellen, dass der Proband die Anweisungen verstanden hat und sie auch genau so befolgt. Dies macht den Hypnotiseur zu einer Führungsperson des hypnotischen Prozesses.
Folgt der Proband einer Anweisung nicht, überhaupt kein Problem. Sage ihm noch einmal was du von ihm erwartest und führe den letzten Test gegebenenfalls noch einmal durch.

“KISS” Keep it short and simple

Sei dir immer bewusst: 
Dein Proband hat meistens keine Ahnung von dem was passieren wird. Mache es von daher nicht komplizierter als es ist. Bleib klar und verständlich bei deinen Erklärungen.
Es darf gelacht werden:
Hypnose darf auch Spaß machen, insbesondere dann, wenn es sich um einen therapeutischen Kontext handelt. Es kommt oft vor, dass der Proband, schon am Anfang der Induktion, lächelt oder gar lacht, weil er sich einfach wohl fühlt, oder du ihn noch einmal darauf hinweist, dass er dir folgen soll.
Es kann auch schon mal vorkommen, dass du dich verplapperst oder gar etwas vergessen hast zu tun… kein Problem, lächle und mach einfach weiter 😉

Learning by doing… Jetzt geht’s los!

Im Folgenden findest du einige Übungen. Dadurch erhälst du sehr schnell das nötige Wissen und Sicherheit, diese Induktion in die Tat umzusetzen und den Erfolg deiner Sitzungen zu garantieren.
Außerdem, umso schneller du die Induktion verinnerlichst und auswendig kennst, umso besser ist es und du kannst dich ganz auf die Reaktionen deines Probanden konzentrieren und nicht auf ein Skript.

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