Franz Anton Mesmer Copy

Franz Anton Memser, in Publikationen manchmal auch Friedrich Anton Mesmer – (* 23 Mai 1734 in Iznang, heute Ortsteil von Moos am Bodensee; † 5. März 1815 in Meersburg) war zunächst Arzt in Wien, führte dann „magnetische“ Kuren durch und begründete den Animalischen Magnetismus, auch Mesmerismus genannt.

1774 hörte Mesmer von den Heilerfolgen des Jesuitenpaters und Astronomen Maximilian Hell, die dieser mit Magneten erzielt hatte, deren natürlicher Strahlung er eine heilsame Wirkung auf tierische und menschliche Organismen zuschrieb. Nach einigen eigenen Experimenten gelangte er zu der Überzeugung, dass die Magnetkuren, die er ebenfalls anzuwenden begann, nicht durch seine Magneten, sondern seinen eigenen körperlichen Einfluss zustande kamen.[14] Diese Thesen legte er im Sendschreiben an einen auswärtigen Arzt über die Magnetkur (Wien 1775) für die Fachwelt nieder und nannte sie „Animalischen Magnetismus“.

Im Jahr 1780, als er mehr Patienten hatte, als er individuell bewältigen kann, stellt Mesmer die Methode der kollektiven Heilung vor bekannt als die “Wanne” mit der er mehr als 30 Personen gleichzeitig behandeln kann.

Die Patienten, untereinander mit Seilen verbunden, sitzen um eine runde Eichenbox herum, die mit Löchern im Deckel versehen ist
und aus der Metallstäbe austreten
die mit verschiedenen erkrankten Körperteilen
in Kontakt stehen können.
Im Boden der Kiste, auf einer Schicht aus zerkleinertem Glas und Eisenspänen, ruhen symmetrisch gereiht, gefüllte Flaschen, einige zeigen zum Zentrum, andere zum Rand.

Mesmer, in einem Gewand aus fliederfarbener Seide und seine Helfer, welche er jung und gut aussehend
ausgewählt hat, sind mit einer zehn bis zwölf Zoll großen Eisenstange bewaffnet, mit denen sie kranke Körperteile berühren.
Mesmer begleitet für gewöhnlich seine Magnetismus-Sitzungen auf dem Fortepiano oder der Glassharmonica spielend. (Glasharmonika, 1762 von Benjamin Franklin erfunden.)

Marie Antoinette wird der “Wanne” (Gerät zur Behandlung von Krankheiten durch Abgabe eines Magnetfeldes) von Franz Anton Mesmer unterzogen. Kupferstich aus Le collier de la Reine (Halskette der Königin) von Alexandre Dumas, 1856.
Während dieser kollektiven Behandlungen um die Wanne herum manifestieren sich ansteckende Phänomene der “magnetischen Krisen”,
in der Frauen der besten Gesellschaft
die Kontrolle verlieren, in ein “hysterisches” Lachen ausbrechen, in Ohnmacht fallen, Krämpfe bekommen…

Ein Zeuge beschreibt eine Krise im Detail:
“Der Atem war überstürtzt, sie streckte beide Arme hinter den Rücken indem Sie sie stark verdrehte,
und ihren Körper nach vorne beugte;
es gab ein allgemeines Zittern des ganzen Körpers;
das Klappern ihrer Zähne wurde so laut, dass man es von draußen hören konnte;
sie hat sich in die Hand gebissen, und stark genug, um die Zähne markiert zu halten”.

Mesmer meint, dass diese Krämpfe heilkräftig sein, was anzeigt dass sie die Flüssigkeit, verstärkt durch die magnetischen Durchgänge, die Hürde überwindet welche die Zirkulation im Körper des Patienten verhinderte.

Für Fälle von heftigen Krämpfen, wurden die Patienten in ein gepolstertes Zimmer gebracht die man “Krisenkammer” nannte.

Eine von Mesmers vier Wannen ist für die Armen reserviert aber der Platz an den anderen drei muss lange im voraus gebucht werden, welche ihm etwa 300 Louis pro Monat bringen.

Die Wiener Medizinische Fakultät stand den Thesen Mesmers sehr kritisch gegenüber, und als er ein Hospital für seine Methode des Heilens in Wien gründete und damit sehr erfolgreich war, formierten sich die Gegner. Sie benutzten seine erfolglose Therapie der bekannten Pianistin und Komponistin Maria Theresia Paradis (1759–1824), die seit dem dritten Lebensjahr blind war, um seine Heilmethode als unwirksam hinzustellen. Dies wurde für ihn zum  Stolperstein. 1777 wurde von einer durch die Kaiserin einberufenen Expertenkommission festgestellt, dass Mesmers Heilmethode nur Betrug sei.